Aktuelle IWO-Studie: Brennstoffqualität in der Praxis

In einer Studie hat IWO 2014 die Qualitätssicherheit bevorrateter Standby-Fuels untersucht und bewertet. Es entstanden praxisbelegte Empfehlungen zu geeigneten Vorkehrungen und Maßnahmen für die sichere Kraftstoff-Bevorratung.

Ziele der Studie

  • Zuverlässige Einsatzbereitschaft von Netzersatzanlagen bei Stromausfällen, insbesondere auch in Krisensituationen und Notfällen, um materielle und immaterielle Schäden zu vermeiden
  • Verwendung möglichst kostengünstiger Brenn- beziehungsweise Kraftstoffe mit hoher Lagerbeständigkeit
  • Prävention beziehungsweise Vermeidung von teuren Instandsetzungen durch rechtzeitigen Austausch des Lagervorrats
Was wurde untersucht?

Die Studie gibt mittels Brennstoffanalytik, Brennstoffhistorie und Anlagendaten genauen Aufschluss über die aktuelle Brennstoffqualität eines repräsentativen Bestandes von Netzersatzanlagen. Dazu wurde in der Zeit vom Frühjahr bis Herbst 2014 der Brennstoff von 74 der in Deutschland rund 9.000 Netzersatzanlagen (konservative Schätzung) beprobt.  

Für die Interpretation und Aufbereitung der Ergebnisse hinsichtlich ihrer Betriebssicherheit und einer Prognose zur weiteren Verwendung wurden die analysierten Brennstoffe differenziert nach

  • Diesel nach DIN EN 590 mit und ohne Biodieselanteil,
  • Heizöl nach DIN 51603-1 schwefelarm und Standard sowie
  • Gemischen aus Diesel und Heizöl.

Ergebnis der Studie: Brennstoffe mit Biodiesel-Anteil kritisch

Aus den Untersuchungen lassen sich drei wesentliche Ergebnisse zur Brennstoffqualität ableiten:

  • Für 60 Prozent aller Dieselkraftstoffe musste die unmittelbare oder kurz bevorstehende Unbrauchbarkeit festgestellt werden.
  • Bei Heizöl trifft das nur auf gut sechs Prozent aller Proben zu.
  • In einem knappen Drittel aller untersuchten Fälle (29,8 Prozent) musste der Brennstoff als unbrauchbar oder zumindest sehr kritisch bezeichnet werden.

 

Um die jederzeitige Funktionstüchtigkeit zu gewährleisten, sollte daher zukünftig ein besonderes Augenmerk dem eingelagerten Kraftstoff gelten. Die Praxis zeigt, dass die zuverlässige Einsatzbereitschaft von Netzersatzanlagen mit marktüblichen Dieselkraftstoffen und dessen Gemischen mit Heizöl nicht sicher gegeben ist.  

Auch bei fachgerechter Lagerung kann es zu Verunreinigungen (mikrobiologisches Wachstum, alterungsbedingte Veränderungen) kommen, die dazu führen, dass der Kraftstoff unbrauchbar wird. 

Die Studie zeigt, dass die Langzeitstabilität von heute marktüblichen Dieselkraftstoffen mit bis zu sieben Prozent Beimischung von Biodiesel nicht sicher gegeben ist. Mit dem am 26. Oktober 2006 in Kraft getretenen Biokraftstoffquotengesetz (BioKraftQuG; BT-Drs 16/2709) ist seit dem 1. Januar 2007 die Verpflichtung verbunden, herkömmliche Kraftstoffe von Verbrennungsmotoren anteilig durch Biokraftstoff zu ersetzen. Bei der Verwendung von Dieselkraftstoff für Netzersatzanlagen ist hinsichtlich der zu erwartenden Lagerdauer jedoch von vollkommen anderen Voraussetzungen auszugehen als im typischen LKW- oder PKW-Betrieb, wo die Hersteller eine Lagerzeit von 90 Tagen annehmen. Als Vorrat für Netzersatzanlagen lagert der Brennstoff mitunter über mehrere Jahre, allenfalls durch die regelmäßigen Probeläufe in geringem Maß verbraucht und dann alsbald nachbetankt.

Zusätzlich zu den Faktoren, die üblicherweise die Einsatzbereitschaft von Brennstoffen beeinflussen (Lagertemperatur und -verlauf, Lichteinwirkung oder der katalytische Einfluss von Bundmetallen), kommt bei biogenen Beimischungen (meist von Fettsäuremethylester (FAME) das Risiko von Ausfällen durch Degradation und mikrobiologischen Verunreinigungen des Tankvorrats hinzu.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie und praxisbelegte Empfehlungen können Sie jetzt per E-Mail anfordern: marktpartnerbetreuung@iwo.de.