Südlohn: Wärmeversorgung auf mehreren Säulen

Von Beginn an war für die Besitzer des Einfamilienhauses im nordrhein-westfälischen Südlohn klar, dass sie ihre Wärmeversorgung auf mehrere Energieträger verteilen wollen. In enger Zusammenarbeit mit dem Architekten haben sie eine Hybridheizung konzipiert, bei der die Vorteile aller Komponenten optimal zur Geltung kommen. Ergänzt wird die multivalente Heizung durch umfassende Verbesserungsmaßnahmen an der Gebäudehülle. Alles in allem hat die energetische Sanierung den Energiebedarf um 86 Prozent reduziert.

  • „Wir haben uns intensiv an Planung und Ausführung beteiligt. So konnten wir sichergehen, dass unsere Wünsche vollends erfüllt werden. Die energetischen Sanierungsmaßnahmen und das neue Hybrid-Heizsystem sichern uns zukünftig adäquate Energiekosten in unserem Traumhaus“, erklärt die Familie.

  • Die bisherige Wohnfläche wurde im Zuge der Sanierung auf 200 m² erweitert. Trotz der vergrößerten Fläche konnte die Nennwärmeleistung des neuen Öl-Brennwertgeräts auf nur 12 kW ausgelegt werden. Da weitere Wärmequellen in das Heizsystem integriert wurden, übernimmt das Ölgerät nur noch die Spitzenlast.

  • Die solarthermische Anlage ist mit einer Kollektorfläche von 9,5 m² so bemessen, dass sie für Warmwasserversorgung und Heizungsunterstützung ausreicht. Die vier Flachkollektoren wurden auf dem 32° geneigten Dach in optimaler Südausrichtung montiert.

  • Der Kaminofen befindet sich im Wohn- und Essbereich. Er gibt rund ein Drittel seiner Wärmeleistung an die Luft im Wohnraum ab. Rund zwei Drittel der Wärme werden über einen integrierten Wasserwärmetauscher in das Heizsystem eingespeist.

  • Der Kombi-Speicher bevorratet die Wärme, die Öl-Brennwertgerät, Solaranlage und Kaminofen erzeugen. Er fasst 180 Liter Brauchwasser und 570 Liter Heizwasser und bietet damit ausreichend Speicherkapazität für den Drei-Personen-Haushalt.

  • Die Tankanlage war beim Bau des Hauses für einen Heizölbedarf von rund 10.000 Litern jährlich ausgelegt worden. Da dieser durch die Sanierung um fast 90 Prozent gesunken ist, wurde die Batterietankanlage auf  4.000 Liter Volumen zurückgebaut und fasst trotzdem den Heizölvorrat für rund drei Jahre.

  • Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung reduziert den Energieverbrauch zusätzlich. Das Lüftungsgerät tauscht die verbrauchte Luft gegen frische, gefilterte Außenluft aus, wobei die Wärme der verbrauchten Luft über einen Wärmetauscher die zugeführte Frischluft vorwärmt.

  • Die Bauherren wollten die Klinkeroptik erhalten, eine Innenwanddämmung kam aber nicht in Frage. Daher gab es einen Neuaufbau der Außenwandschale: Der bisherige Klinker wurde zurückgebaut. Auf das Innenmauerwerk wurde eine Mineralwolledämmung aufgebracht und vor einer zusätzlichen Luftschicht ein neuer Klinker montiert.

  • Die alten Holzfenster und -türen mit Einfach- oder Doppelverglasung wurden gegen Kunststoffelemente mit Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ausgetauscht.

Südlohn

Gebäudetyp

Einfamilienhaus

Postleitzahl

46354

Bundesland, Ort

Nordrhein-Westfalen, Südlohn

Maßnahmen

Heizung, Dämmung, Fenstertausch

Einsparung Primärenergie

86 %

Investition

85.604 €

Nutzfläche

310 m² (vorher 259 m²)

Gebäude-Baujahr

1973

Anzahl Bewohner

3 Personen

Heizsystem

Öl-Brennwertgerät, Solarthermie, Kaminofen

Solarkollektor, Volumen Wärmespeicher

9,5 m², 32°, Richtung Süd, 750 Liter

Tanktyp

Kunststoffbatterietank

Tankvolumen

4.000 Liter

Reichweite einer Tankfüllung

Ca. 3 Jahre

Heizölbedarf pro Jahr

1.236 Liter (vorher 9.472 Liter)

Details


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