Bastorf: Schritt für Schritt zum Haus der Zukunft

Drei Generationen unter einem Dach und ein traumhafter Blick über die mecklenburgische Ostsee: Das Haus der Familie Jäniche verfügt über viel Platz sowie eine ausgezeichnete Lage. Was dagegen fehlte, war die Wirtschaftlichkeit. Daher beschlossen die Brüder Mathias und Thomas Jäniche, das 1902 errichtete Gebäude unter energetischen Gesichtspunkten zu sanieren. Nach der Heizungserneuerung, den Dämmmaßnahmen und dem Austausch aller Fenster und Türen verringerte sich der Energieaufwand um rund drei Viertel.

Nach Abschluss dieser Maßnahmen gingen die Brüder, die beide in der Windenergie-Branche tätig sind, noch einen Schritt weiter: Mit Power-to-Heat nutzen sie inzwischen auch Windstrom, der bislang abgeregelt wurde, zum Betrieb ihrer Heizung und sparen dadurch noch mehr Energie.

Und auch der flüssige Brennstoff ist innovativ: Dem schwefelarmen Heizöl sind 33 Prozent regenerative Anteile aus hydriertem Altspeisefett zugemischt. Damit ließ sich der Primärenergiebedarf um zusätzliche sieben Prozent senken. 

  • „Die energetische Sanierung sichert zukünftig drei Generationen den wirtschaftlichen Betrieb des Hauses. Wir freuen uns nicht nur Energie zu sparen, sondern auch – mit Blick auf die Zukunft unserer Kinder – die Umwelt zu entlasten“, betonen Mathias und Thomas Jäniche aus Bastorf.

  • Mit einer Nennwärmeleistung von 42 kW wäre der alte Heizkessel nach der Gebäudesanierung nicht nur überdimensioniert gewesen: Die veraltete Technik ohne witterungsabhängige Steuerung hätte einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich gemacht.

  • Die neue Heizungsanlage (Nennwärmeleistung 18 bis 27 kW) mit modernster Öl-Brennwerttechnik erreicht Nutzungsgrade von bis zu 98 Prozent und übernimmt zukünftig zusammen mit der solarthermischen Anlage die Raumbeheizung und die Warmwassererzeugung.

  • Die Röhrenkollektoren der solarthermischen Anlage wurden auf dem flach geneigten Dach installiert. Durch Drehung der integrierten Absorber (45°, nach Süden) konnte die 11,5 m² große Anlage optimal ausgerichtet werden. Sie trägt wesentlich zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung der beiden Haushalte bei.

  • Zwei parallel geschaltete Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von 1.200 Litern bevorraten die Wärme für Heizung und Warmwasser. Die Trinkwassererzeugung wird über einen Wärmetauscher im hygienischen Durchflussverfahren gewährleistet.

  • Das Fassungsvermögen der vier alten 2.000-Liter-Tanks reichte für rund 15 Monate. Obwohl über die neue 4 x 1.000-Liter Batterie-Tankanlage nur die Hälfte an Heizöl eingelagert werden kann, ist die Reichweite nach der energetischen Sanierung des Gebäudes auf knapp 18 Monate gestiegen.

  • Die Außenwände und das Dach des 1902 errichteten Hauses waren bisher nicht oder nur unzureichend gedämmt.

  • Die Bauherren entschieden, den Wärmeschutz der Fassaden mit einem 14 cm dicken Wärmedämm-Verbundsystem und die Dachflächen (Steil- und Flachdächer) mit einer Einblasdämmung (20 cm) zu versehen.

  • Die Kellerdecken erhielten eine 6 cm dicke, mineralische Plattendämmung.

  • Zwar waren die alten Kunststofffenster und -türen bereits mit einer Doppelverglasung ausgestattet. Um jedoch die angestrebten Energieeinsparungen realisieren zu können wurden neue Kunststoffelemente mit Drei-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasungen eingebaut.

Bastorf

Gebäudetyp

Zweifamilienhaus

Postleitzahl

18230

Bundesland, Ort

Mecklenburg-Vorpommern, Bastorf

Maßnahmen

Heizung, Dämmung, Fenstertausch

Einsparung Primärenergie

72 %

Investition

151.848 €

Nutzfläche

487 m²

Gebäude-Baujahr

1902

Anzahl Bewohner

8 Personen

Heizsystem

Öl-Brennwertgerät, Solarthermie

Solarkollektor, Volumen Wärmespeicher

11,5 m², 45°, Richtung Süd, 2 x 600 Liter

Tanktyp

Kunststoffbatterietanks

Tankvolumen

4 x 1.000 Liter

Reichweite einer Tankfüllung

Ca. 1,5 Jahre

Heizölbedarf pro Jahr

2.812 Liter (vorher 10.426 Liter)

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