Wie kann der Ölheizungsbestand die Klimaziele erreichen?

Es ist das erklärte Ziel der deutschen Energie- und Klimapolitik, bis zum Jahr 2050 die Emissionen von Treibhausgasen gegenüber 1990 um 80 bis 95 Prozent zu senken. Für das Erreichen dieser Werte spielt der Gebäudeenergiesektor eine wichtige Rolle, denn er weist diesbezüglich ein großes Minderungspotenzial auf.

Von den deutschlandweit etwa 41 Millionen beheizten Wohneinheiten werden rund drei Viertel durch Erdgas oder Heizöl mit Wärme versorgt. Für die Klimaziele ist diese Ausgangssituation eine besondere Herausforderung, denn eine Umstellung auf rein erneuerbare Energieträger ist kurzfristig meist nicht realisierbar.

Allein durch den Energieträger Heizöl wurden im Jahr 2017 deutschlandweit rund 20 Millionen Menschen von rund 5,6 Mio. Ölheizungen mit Wärme versorgt. Die vorliegende Studie betrachtet davon die 5,48 Millionen Ölheizungen, die den Bereichen Wohngebäude sowie Gewerbe, Handel, Dienstleistungen zugeordnet werden können. Im Auftrag von IWO hat das Institut für Technische Gebäudeausrüstung (iTG) Dresden ermittelt, wie der entsprechende Gebäudebestand modernisiert werden könnte, um die die vorgegebenen Ziele ausgehend von 1990 bis 2050 Schritt für Schritt zu erreichen.

Die Studie zum Download:

Zentrale Studienergebnisse

Seit 1990 wurde im Hinblick auf die Treibhausgasemissionen ölbeheizter Gebäude bereits überdurchschnittlich viel erreicht: Die erfolgte Minderung bei den Emissionen aus Heizöl beträgt in den in der Studie betrachteten Sektoren Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen 45 Prozent – entsprechend der realen Heizölabsatzentwicklung von 1990 bis 2017. Der gesamte Gebäudesektor hat im gleichen Zeitraum lediglich eine Emissionsminderung von 38 Prozent erzielt.

Um die Klimaziele zu erreichen, ist ein ambitioniertes Vorgehen bei der Gebäudesanierung (Heizungsmodernisierung, Hybridsysteme mit Einbindung von erneuerbarer Energie und Verbesserung der Gebäudehülle) notwendig. So kann die Lücke zur Zielerreichung 2030 auf rund 10 Mio. t CO2 verkleinert werden.

Für die Schließung dieser Lücke sind weitere Maßnahmen erforderlich. Dies sind insbesondere

  • deutlich ambitioniertere Effizienzsteigerungen
  • die Nutzbarmachung derzeit abgeregelter erneuerbar erzeugter Strommengen in Hybridheizungen
  • das Heben von Einsparpotenzialen durch die Digitalisierung im Gebäudebereich („Smart Home“)
  • brennstoffseitige Treibhausgas-Minderungsoptionen.

Treibhausgas-Minderungspotenziale im ölbeheizten Gebäudebestand bis 2050