17. Januar 2019

Was ist neu in 2019?

Der Start ins neue Jahr ist geglückt und langsam hat man sich daran gewöhnt, 2019 statt 2018 zu sagen und zu schreiben. Die wichtigsten Änderungen bei Steuern, Versicherungen &. Co sind gesichtet. Aber was ist mit den Regelungen rund um das Gebäude und die Heizung? IWO listet hier die wichtigsten Neuerungen auf.

1. Energieausweis checken

Viele Gebäude-Energieausweise müssen in diesem Jahr erneuert werden. Der Grund: Ein Energieausweis ist immer nur 10 Jahre lang gültig. Und vor 10 Jahren, also seit 2009, gilt die Energieausweispflicht für alle Bestandsgebäude, die vermietet oder verkauft werden. Bereits im vergangenen Jahr sind viele Energieausweise für Gebäude mit Baujahr vor 1966 abgelaufen, denn für diese Häuser wurde die Energieausweispflicht bereits 2008 eingeführt.

Ein guter Anlass also, sich mit der Effizienz der eigenen Immobilie zu beschäftigen, denn hier kann in vielen Fällen einiges an Geld und Energie gespart werden.

Der Energieausweis gibt mit einer rot-gelb-grünen Farbskala Auskunft über die energetischen Kennwerte eines Gebäudes und ordnet sie einer von neun Effizienzklassen von A+ bis H zu. Damit macht der Ausweis den Energiebedarf eines Gebäudes vergleichbar. Er muss Kauf- und Mietinteressenten bei einer Immobilienbesichtigung vorgelegt werden.

2. Anpassung des Heizungslabels 

Ab dem 26. September 2019 ändert sich die Skala des Heizungslabels für Neuanlagen. Die schlechtesten Effizienzklassen E bis G fallen dann weg. Dafür kommt am oberen Ende der Skala die Klasse A+++ hinzu.

Für Gas- und Öl-Brennwertgeräte, die eine nahezu vollständige Energieausnutzung haben, ändert sich nichts. Sie bekommen auch im angepassten Label in der Regel ein A. In Kombination mit Solarthermie oder anderen erneuerbaren Energien kann sich die Effizienzklasse weiter verbessern, bis hin zu A++. Hierbei kommt dann das sogenannte Paket- oder Verbundlabel zum Einsatz.

Das Label soll Kunden dabei helfen, die Effizienz verschiedener Heizgeräte zu vergleichen. Gelabelt werden zurzeit öl-, gas- und strombetriebene heizungstechnische Produkte, aber auch Wärmespeicher und Solarthermieanlagen. Das Heizungslabel trifft dabei jedoch keine Aussage zu den tatsächlichen Energiekosten. Beim Vergleich unterschiedlicher Effizienzlabel von Haushaltsgeräten sind Rückschlüsse auf die tatsächlichen Energiekosten eher möglich, da diese alle mit Strom betrieben werden. Bei Heizgeräten funktioniert das nicht, da es unterschiedliche Energieträger mit unterschiedlichen Preisen gibt.

3. Austauschpflicht für Ü-30 Heizkessel – aber nicht für alle

Alle Jahre wieder heißt es, dass Heizkessel, die mehr als 30 Jahre auf dem Buckel haben, ausgetauscht werden müssen. So schreibt es die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Nun trifft es also Heizkessel mit Baujahr vor 1989. Auskunft über das Kesselbaujahr gibt entweder das Typenschild auf dem Heizgerät, das eventuell auch unter der Dämmschicht gegen Wärmeverluste des Kessels verborgen sein kann. Oder die Angaben finden sich im Schornsteinfegerprotokoll, der Rechnung der Anlage oder anderen Datenblättern.

Aber nicht für alle Heizkessel ist nach 30 Betriebsjahren zwingend Schluss: Heizgeräte mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik dürfen weiterbetrieben werden. Auch wer sein Haus mit weniger als drei Wohneinheiten seit spätestens 1. Februar 2002 selbst bewohnt, ist von der Austauschpflicht ausgenommen.

Handelt es sich hingegen um einen Konstanttemperatur-Kessel mit einer Nennwärmeleistung von vier bis 400 Kilowatt – die Kesselleistung ist ebenfalls auf dem Typenschild vermerkt – trifft die Austauschpflicht zu. Auch wenn es nach dem 1. Februar 2002 einen Eigentümerwechsel des Gebäudes gegeben hat, ist ein mehr als 30 Jahre alter Heizkessel binnen zwei Jahren zu erneuern. Die Einhaltung dieser Frist kontrolliert der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger.

Aber auch unabhängig von der gesetzlichen Verpflichtung zur Erneuerung der Heizung ist es in vielen Fällen sinnvoll, eine Modernisierung in Erwägung zu ziehen. Als Faustregel gilt: Ist eine Heizung älter als 20 Jahre, lohnt sich der Austausch fast immer. Aber auch bei Heizgeräten jüngeren Datums kann eine Erneuerung ratsam sein.

Mehr dazu: Ölheizung erneuern und in die Zukunft starten 

Eine moderne Öl-Brennwertheizung nutzt nahezu den gesamten Energiegehalt des Heizöls für die Wärmeerzeugung. Zum Vergleich: Bei einem veralteten Standardkessel kommen nur gut zwei Drittel der Energie aus dem Heizöl als Wärme in den Heizkörpern an. Und auch Öl-Niedertemperaturgeräte, die weit verbreitet, aber oftmals schon in die Jahre gekommen sind, können mehr als zehn Prozent der Energie nicht nutzen. Der Einbau einer Öl-Brennwertheizung stoppt diese Energieverschwendung sofort und ist zudem eine gute Basis für die Umsetzung weiterer Energiesparmaßnahmen.

Korrektur: In der ursprünglichen Textfassung stand, dass auf der Skala des Heizungslabels für Neuanlagen ab dem 26. September nur die Effizienzklasse G wegfallen wird. Dies haben wir nachträglich richtiggestellt. Es fallen die Effizienzklassen E bis G weg.