12. Februar 2019

Energiewende braucht flüssige Energieträger

Flüssige erneuerbare Kraft- und Brennstoffe sind für eine weitgehend treibhausgasneutrale Energieversorgung unverzichtbar. Perspektivisch könnten sie zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten und so zu einer zusätzlichen Option für mehr Klimaschutz werden. Dieses zentrale Ergebnis der Prognos-Studie im Auftrag der Verbände der Mineralölwirtschaft findet in Politik und Wirtschaft immer mehr Zustimmung.

Im Rahmen der Roadshow zur Studienpräsentation kamen bei den Veranstaltungen in Berlin, München, Stuttgart, Brüssel, Düsseldorf und Hamburg insgesamt rund 400 Vertreter aus Industrie und Wirtschaft, Politik, Verbänden und NGOs zusammen um über das Potenzial erneuerbarer flüssiger Kraft- und Brennstoffe im Rahmen von Energie- und Klimapolitik zu diskutieren.

Dabei zeichnete sich ein breiter Konsens darüber ab, dass klimafreundlich erzeugte synthetische Energieträger, wie zum Beispiel E-Fuels, als Teil der Lösung anerkannt werden sollten. Zahlreiche Statements von den Veranstaltungen belegen das. Noch mehr Eindrücke von den Veranstaltungen finden Sie auf dem IWO-Twitter-Kanal unter Öl weiter denken@IWOeV.

Rund 120 Gäste kamen am 7. Juni 2018 zur Präsentation der Studie „Status und Perspektiven flüssiger Energieträger in der Energiewende“ nach Berlin.

Statements zum Potenzial erneuerbarer flüssiger Energien

Zum Erreichen der Klimaziele sind treibhausgasreduzierte flüssige Energieträger unverzichtbar. Im Fokus dabei vor allem E-Fuels, die mithilfe von erneuerbar erzeugtem Strom hergestellt werden.

„Auch nach Effizienzsteigerungen und dem Ausbau der Ökostromversorgung bleibt eine Lücke in der Versorgungmit erneuerbarer Energie, die Importe decken müssen. Zunehmend treibhausgasneutrale flüssige Energieträger könnten diese Lücke schließen. Und wir könnten sie sogar in der vorhandenen Infrastruktur nutzen.“ Adrian Willig, IWO e.V.

„Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird auch zukünftig flüssige Energieträger brauchen.“ Christine Völzow, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

„Treibhausgasneutrale flüssige Energieträger bieten den großen Vorteil, dass sie in bestehender Infrastruktur eingesetzt werden können und sehr gut speicher- und transportierbar sind.“ Dr. Hermann Pengg, Audi AG

„Um Null-Emmissionen zu schaffen brauchen wir einen breiten Technologiemix. Power-to-X bzw. E-Fuels werden eine Rolle dabei spielen.“ Prof. Dr. Andreas Löschel, Expertenkommission zum Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“ der Bundesregierung

„Die PtX-Technologie bietet großes Potenzial im Hinblick auf das Speichern von erneuerbarem Strom.“ Björn Spiegel von ARGE Netz GmbH & Co. KG

„Synthetische Kraftstoffe sind die Zukunft. Für die Herstellung dieser neuen Kraftstoffe bringt der Standort unserer Raffinerie einen entscheidenden Vorteil mit sich: Wir haben die Windenergie und damit den benötigten Strom direkt vor unserer Haustür. Um heute die Weichen für morgen zu stellen, unterstützen wir mit unseren Know-how und Möglichkeiten die Forschung und Umsetzung dieser erneuerbaren Kraftstoffe.“ Jürgen Wollschläger, Raffinerie Heide GmbH

In diversen Anwendungsbereichen sind flüssige Energien derzeit kaum wegzudenken: 

„Um eine Reduktion der Emissionen im Verkehrsbereich zu erreichen, braucht es die Vermeidung von Verkehr, deutliche Effizienzsteigerungen sowie den Einsatz erneuerbarer Energieträger.“ Prof. Küchen, Mineralölwirtschaftverband e. V. (MWV)

“Direct electrification faces problem of lacking infrastructure and batteries impact.” Ralf Diemer, Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA)

“New liquid fuels such as PtL would be needed also for heating in rural and isolated regions.” Johan Mattart, European Conference of Fuel Distributors (ECFD)

„Die Welt von morgen wird hybride Lösungen bereithalten! Green Fuels werden wir beispielsweise für die Schiffsindustrie unbedingt benötigen.“ Marc Grünewald,  MAN Energy Solutions SE

„Ein erster Schritt zur Herstellung von erneuerbarem Kerosin ist die Nutzung von grünem Wasserstoff im Raffinerieprozess.“ Siegfried Knecht, aireg - Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V.

Weitere Station der Roadshow: München am 6. November 2018

Daher muss der Weg vom Klimaschutz zum Business-Case konsequent beschritten werden:

„Mineralöl ist heute der wichtigste Energieträger in Deutschland. Zukünftig können treibhausgasneutrale flüssige Energieträger erneuerbar hergestellt werden, beispielsweise aus Biomasse oder aus erneuerbarem Strom.“ Sven Kreidelmeyer, Prognos AG

„E-Fuels können im Jahr 2050 zu Kosten von 0,70 bis 1,30 Euro je Liter produziert werden.“ Jens Hobohm von Prognos AG

„Wir müssen marktwirtschaftliche Anreize dafür schaffen, dass Klimaschutz auch wirklich gelingt!“ Christoph Dammermann, Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

„Es müssen jetzt die geeigneten politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit ein Markthochlauf von treibhausgasneutralen flüssigen Energieträgern gelingen kann!“ Ralf Schairer, MiRO-Raffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG

„Alternative flüssige Kraftstoffe werden benötigt, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen! Wichtig ist, dass ein baldiger Markthochlauf beginnt!“ Dr. Rudolf Maier, Robert Bosch GmbH

Technologieoffene Rahmenbedingungen sind eine wesentliche Voraussetzung: 

„Liquid Fuels are needed to reach the European climate policy goals.“ Dr. Ernst- Moritz Bellingen, Eurofuel

„Es darf beim Umweltschutz keine Denkverbote geben. Wir brauchen E-Fuels zukünftig in vielen Bereichen.“ Dr. Kurt Duwe von FDP-Fraktion Hamburg

„Lassen wir  doch einen Wettbewerb der Systeme zur besten CO2-Vermeidung zu.“ Stijn van Els, Deutsche Shell Holding GmbH