Solarstrom für zusätzliche Wärmeversorgung gut geeignet

Sonnenstrom für die Wärmeversorgung: Blick auf eines der Gebäude des aktuellen Modellvorhabens im nordrhein-westfälischen Ense. Foto: IWO

Modellvorhaben Öl-PV-Heizung: Bilanz nach einem Jahr

Strom aus der hauseigenen Photovoltaik (PV)-Anlage kann auch gut zur Wärmeversorgung ölbeheizter Gebäude beitragen. Das zeigt ein gemeinsames Modellvorhaben des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) und der easyOptimize GmbH mit ihrer Marke shine. Ein Jahr nach Start des Projekts wurden nun Messergebnisse von fünf Gebäuden ausgewertet. Das Resultat: Die selbst genutzte Solarstrommenge konnte im Mittel um fast 60 Prozent auf durchschnittlich 3.072 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr erhöht werden. Der im Haus verwendete Anteil des selbst produzierten Solarstroms steigerte sich dabei von 34 auf 54 Prozent. Für die Wärmeversorgung konnten davon je nach Gebäude bis zu 2.123 kWh Solarstrom pro Jahr genutzt werden. Das entspricht dem Energiegehalt von rund 211 Litern Heizöl.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Einbindung von PV-Anlagen in ölbasierte Hybridheizungen schon heute eine sinnvolle Option für Hausbesitzer ist, die einerseits ihren Solarstrom-Eigenverbrauchsanteil und damit auch ihren Autarkie-Grad erhöhen möchten und andererseits weiterhin auf die Vorteile einer speicherbaren Energie setzen wollen“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Auch finanziell kann sich die Kombination lohnen, wie Felix Grolman, CEO von shine, berichtet: „Die Einspeisevergütung für hauseigene PV-Anlagen endet nach 20 Jahren. Eigentümer erhalten dann deutlich weniger Geld für den ins Netz eingespeisten Solarstrom. Das eröffnet der Nutzung des PV-Stroms zur eigenen Wärmeversorgung eine lukrative Perspektive und leistet einen zusätzlichen Beitrag zur persönlichen Energiewende.“

Technisch einfach umsetzbar

Technisch ist die Einbindung der PV-Anlage in das bestehende Heizsystem ohne größeren Aufwand machbar. Die in das Modellvorhaben eingebundenen Gebäude verfügen über Wärmespeicher, die sowohl die Heizung als auch die Trinkwassererwärmung mit Energie versorgen. In diese wurden intelligent steuerbare Heizstäbe von shine eingebaut. In das Modellvorhaben zur Nutzung von Solarstrom in Öl-Hybridheizungen sind derzeit insgesamt neun Ein- und Zweifamilienhäuser eingebunden. „Die Häuser sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten in das Modellvorhaben aufgenommen worden“, erläutert Christian Halper, Projektleiter Modellvorhaben beim IWO. „Bis zum Herbst werden dann alle neun Gebäude Daten für ein volles Jahr geliefert haben.“ Genauere Informationen zum Modellvorhaben und den eingesetzten Technologien sind unter iwo.pageflow.io erhältlich.

Neues Modellvorhaben: Wieder Teilnehmer gesucht!

Für die Zukunft hat das IWO bereits ein neues Vorhaben angedacht: „Um die gewonnene Datenbasis weiter zu ergänzen, wollen wir auch Hybridvarianten mit solarstrombetriebenen Trinkwasserwärmepumpen zum Einsatz bringen“, so Rainer Stangl, Projektingenieur beim IWO. Hierfür werden erneut interessierte Hauseigentümer als Teilnehmer gesucht. Ziel ist der Aufbau einer Öl-PV-Hybridheizung, bestehend aus Öl-Brennwertgerät, PV-Anlage sowie Trinkwarmwasserspeicher mit aufgesetzter Wärmepumpe. Hersteller und Typ von Öl-Brennwertgerät und Trinkwarmwasserwärmepumpe können dabei aus dem Produktsortiment der IWO-Fördermitglieder gewählt werden. Das IWO bietet diesbezüglich eine einmalige Teilnahmevergütung von insgesamt 5.500 Euro. Mehr Informationen unter www.zukunftsheizen.de/Oel-PV.

IWO, 2018