Mineralölbranche steht für mehr Klimaschutz bereit

MWV-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen, Moderatorin Jessica Springfeld und IWO-Geschäftsführer Adrian Willig (v. li.)

MWV-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen, Moderatorin Jessica Springfeld und IWO-Geschäftsführer Adrian Willig (v. li.) führten durch das Technologieforum, das in diesem Jahr zum ersten Mal als Livestream durchgeführt wurde. Foto: IWO

Technologieforum diskutiert über erneuerbare Kraft- und Brennstoffe

Alternative Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen sind eine unverzichtbare Ergänzung zur E-Mobilität, denn ohne sie werden im Verkehr die ehrgeizigen Klimaziele der Europäischen Union nicht zu erreichen sein: Das war der Tenor des digitalen „Technologieforums Neue flüssige Energieträger“, auf dem Experten über das Potenzial alternativer Kraftstoffe für einen klimaneutralen Verkehr diskutierten. Entsprechendes gilt für erneuerbare Brennstoffe als Klimaschützer im Gebäudebereich.

„There is no business as usual anymore”, brachte es John Cooper beim Technologieforum auf den Punkt. Der Generaldirektor von Fuels Europe sprach über die Branchen-Strategie „Clean fuels for all“: „Ohne klimafreundliche Kraftstoffe sind die EU-Ziele nicht zu schaffen.“ Cooper erläuterte den Vorschlag des europäischen Dachverbandes der Mineralölindustrie, um das angestrebte EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 im Verkehrssektor und in der Industrie zu erreichen. Dazu sei eine Kombination aller Klimaschutz-Technologien erforderlich.

Dies gelte auch für Deutschland, ergänzte Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Mobilität (IWO): „Wir brauchen beides, sowohl batterieelektrische Antriebe als auch alternative Kraftstoffe. Denn selbst bei 10 Millionen E-Autos werden 2030 noch mindestens 35 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotor auf unseren Straßen unterwegs sein.“ Für 2030 will die EU sogar noch ein verschärftes Zwischenziel ausrufen. Die erforderlichen Mengen an erneuerbarer Energie können mit heimischem Wind- und Sonnenstrom allein nicht bereitgestellt werden. Vielmehr sind auch weltweite Importe aus begünstigten Standorten in Form einfach speicher- und transportierbarer flüssiger Energieträger notwendig.

Schwerpunkte des Forums waren die Fragen, welche Technologien für den Einsatz klimafreundlicher flüssiger Energieträger in den verschiedenen Sektoren zum Einsatz kommen können und welche Lösungen derzeit Forschung und Entwicklung anstreben. Das Technologieforum wurde zum vierten Mal gemeinsam von IWO, dem Mineralölwirtschaftsverband (MWV), OWI Science for Fuels gGmbH und der Tec4Fuels GmbH veranstaltet.

Vielfältige Einsatzoptionen und verlässliche Rahmenbedingungen nötig

Das Technologieforum thematisierte darüber hinaus, in welchen Bereichen – „grüner“ Wasserstoff, klimaneutrale synthetische Kraftstoffe sowie fortschrittliche Biokraft- und Brennstoffe – sinnvoll sind. So gebe es in der Schiff- und Luftfahrt sowie in Teilen des Lkw-Schwerlastverkehrs kaum Alternativen. Doch bei Pkw und der Wärmeversorgung sahen die Teilnehmer des Technologieforums ebenfalls die Notwendigkeit, alternative Fuels einzusetzen: „Es ist wichtig, dass für klimaneutrale flüssige Kraftstoffe im Verkehr breite Einsatzmöglichkeiten bestehen. So lassen sich große Mengen schneller und günstiger in den Markt bringen“, betonte Willig. Zudem könnte „grünes“ Heizöl in Gebäuden einen Beitrag leisten: „Studien und Modellvorhaben zeigen, dass auch ölbeheizte Gebäude durch mehr Dämmung, effiziente und hybride Heiztechnologie sowie alternative Brennstoffe die Klimaziele erreichen können.“

Die Mineralölwirtschaft ist bereit, den Weg in Richtung neuer, klimafreundlicher Technologien zur Herstellung und Nutzung von Kraft- und Brennstoffen zu gehen. Deutlich wurde beim Technologieforum jedoch auch: Um einen Markthochlauf der alternativen Kraftstoffe zu ermöglichen, ist die Politik aufgerufen, für passende und verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen, sagte Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des MWV: „Neben der beschlossenen CO2-Bepreisung brauchen wir die Umstellung der heutigen Energiesteuer zu einer Besteuerung des fossilen Kohlenstoffs in den Kraftstoffen. Zudem sollte die CO2-Flottenregulierung Fahrzeuge, die CO2-neutrale Kraftstoffe nutzen, genau so behandeln wie E-Autos.“

Die ganze Veranstaltung gibt es als Video-Mitschnitt auf www.zukunftsheizen.de zu sehen.

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