05. November 2019

Lübke-Koog als „Klimaaktive Kommune“ ausgezeichnet

Modellregion zur Nutzung von Windenergie in Hybridheizungen

Die bundesweit einmalige Wind-und-Wärme-Modellregion im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog ist beim „Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2019“ ausgezeichnet worden. Die nordfriesische Gemeinde gewann in der Kategorie „Ressourcen- und Energieeffizienz in der Kommune“. Der Preis, den das Bundesumweltministerium und das Deutsche Institut für Urbanistik vergeben, ist mit 25.000 Euro dotiert.

Im Rahmen der Modellregion Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog wird Strom aus Windenergie immer dann zur Wärmeversorgung vor Ort genutzt, wenn die überregionalen Stromnetze diesen nicht aufnehmen können. Dafür wurden in 13 Gebäuden effiziente Öl-Hybridheizungen mit dem Erneuerbare Energien Kraftwerk der ARGE Netz verbunden. Initiiert wurde das Projekt neben der ARGE Netz aus Husum, vom Bürger-Windpark Lübke-Koog Infrastruktur, der Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog und dem Hamburger Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). Zudem wird das Projekt durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert und von der Allianz Norddeutsche Energiewende – NEW 4.0 unterstützt.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, erklärt Christian Nissen, Bürgermeister des Lübke-Koogs. „Das ist eine wichtige Anerkennung, die uns darin bestärkt, mit Engagement und innovativen Ideen die Energiewende ganz praktisch voranzubringen.“ Bereits in der Vergangenheit hat die am Hindenburgdamm zur Insel Sylt gelegene Gemeinde gern zukunftsweisende Projekte, wie zum Beispiel den Bürger-Windpark Lübke-Koog, umgesetzt. So sind derzeit rund 30 Windkraftanlagen in Betrieb.

Ansonsten ungenutzter Strom unterstützt die Wärmeversorgung

Die im April 2019 offiziell gestartete Wind-und-Wärme-Modellregion soll aufzeigen, wie eine Herausforderung gemeistert werden kann, die sich durch das schwankende Angebot von erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenkraft ergibt. Wird deutlich mehr Strom produziert als vor Ort verbraucht, können die überregionalen Übertragungsnetze diesen mitunter nicht aufnehmen. Die Folge sind Abregelungen: Windkraftanlagen werden aus dem Wind gedreht, obwohl sie Strom produzieren könnten. Mit dem Netzausbau soll dieses Problem entschärft werden.

In der Modellregion wird die ansonsten ungenutzte Energie gleich vor Ort zur Wärmeversorgung von Häusern genutzt. Dafür sorgen Hybridheizsysteme, die Wärme wahlweise mit Heizöl oder Windstrom erzeugen können. Dazu wurden in die Wärmespeicher der Heizungsanlagen elektrische Wärmeerzeuger eingebaut, die über ein virtuelles Kraftwerk, das Erneuerbare-Energien-Kraftwerk der ARGE Netz, in Echtzeit ferngesteuert werden. Um weitere Potenziale zur Einsparung von Treibhausgasemissionen zu überprüfen, hat das IWO im Rahmen der Modellregion auch einen treibhausgasreduzierten flüssigen Energieträger aus Reststoffen zum Einsatz gebracht, der dem klassischen Heizöl einfach beigemischt wurde.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der 12. Kommunalen Klimakonferenz in Berlin statt. Weitere Informationen zur Modellregion unter www.wind-und-waerme.de.