Hybride Wärmeversorgung mit der eigenen PV-Anlage

Haus mit Solaranlage auf dem Dach

Um insgesamt 60 Prozent wurden die CO2-Emissionen der Strom- und Wärmeversorgung bei dem Wohngebäude im hessischen Alsfeld reduziert. Dafür setzten die Eigentümer auf ein Hybridsystem mit Öl-Brennwerttechnik, PV-Anlage, solarstrombetriebener Warmwasser-Wärmepumpe und ein neues treibhausgasreduziertes Heizöl. Foto: IWO

Ökonomisch und ökologisch von Vorteil

Immer mehr Haushalte in Deutschland setzen beim Heizen auf mehrere Energiequellen. So genannte Hybridsysteme verbinden zumeist eine erneuerbare Energie wie Solarkraft mit klassischen Brennstoffen wie Heizöl oder Gas. Dass sich der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen auf der Basis von Öl-Hybridsystemen mit vertretbarem Aufwand deutlich senken lassen, zeigt ein aktuelles Modellvorhaben.

Im mittelhessischen Alsfeld wurde Mitte 2018 in einem aus zwei 1956 und 1979 errichteten Gebäudeteilen bestehenden Zweifamilienhaus ein neuer, hybrider Wärmespeicher eingebaut. Dieser wird von einem Öl-Brennwertkessel und einer auf dem Wärmespeicher montierten Warmwasser-Wärmepumpe beheizt. Dazu kommt eine Photovoltaik(PV)-Anlage auf dem Dach des Gebäudes. „Diese Hybrid-Variante ermöglicht den rein bedarfsbasierten Betrieb der Wärmepumpe mit ansonsten ins Netz eingespeistem Solarstrom aus der hauseigenen PV-Anlage und damit eine besonders effiziente und ökonomisch attraktive Trinkwassererwärmung“, erklärt Christian Halper, Projektleiter beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO), das das Modellvorhaben initiiert hat. Stehe nicht genug hauseigener Öko-Strom zur Verfügung, komme das Brennwertgerät zum Einsatz.

Pressegrafik zur Hybridheizung

Die Nutzung effizienter Öl-Brennwerttechnik in Kombination mit erneuerbaren Energien ist in vielen Varianten möglich: Hier das Schema einer Öl-PV-Hybridheizung mit Warmwasser-Wärmepumpe. Grafik: IWO

5,4 Tonnen weniger Treibhausgasemissionen

Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Im Vergleich zum einfachen Betrieb mit einem Brennwertgerät und Strombezug komplett aus dem öffentlichen Netz sparte die Ergänzung um PV-Anlage und solarstrombetriebene Warmwasser-Wärmepumpe bei der Energieversorgung des Gebäudes in den zwölf gemessenen Monaten 5,4 Tonnen Treibhausgasemissionen, das sind 43 Prozent, sowie 1.603 Euro bei den laufenden Energiekosten ein. Bei einem älteren, weniger effizienten Heizkessel als Ausgangspunkt wären die Einsparungen noch höher.

„Ein Öl-PV-Hybridsystem lässt sich mit heute bereits bewährter, marktgängiger Technik umsetzen. Die Installation ist ebenso einfach wie bei jeder klassischen Ölheizung mit normalem Warmwasserspeicher“, berichtet Halper. „Für eine solche Kombination haben zahlreiche Heizgerätehersteller Lösungen im Angebot.“ Die Nutzung der hauseigenen PV-Anlage zur Warmwassergewinnung dürfte bei Hauseigentümern in Zukunft auf zunehmendes Interesse stoßen. Der Grund: Ab 2021 läuft für die ersten Solarstromanlagen die bisherige Förderung für den ins Netz eingespeisten Strom aus. Denn diese Förderung ist auf 20 Jahre ab Inbetriebnahme begrenzt. „Die Selbstnutzung wird dadurch finanziell noch attraktiver“, so Halper.

Noch höhere Einsparung durch neuen Brennstoff

Durch den Einsatz innovativer treibhausgasreduzierter flüssiger Brennstoffe lassen sich die CO2-Emissionen ölbeheizter Gebäude künftig noch zusätzlich reduzieren. Um dies anschaulich zu machen und die Praxistauglichkeit solcher zukünftigen Brennstoffe aufzuzeigen, bringt das IWO diese bereits in zahlreichen Häusern testweise zum Einsatz – so auch im Alsfelder Gebäude. Der treibhausgasreduzierte Energieträger wurde dem klassischen Heizöl einfach beigemischt. Hergestellt wird er vorwiegend durch die Hydrierung von Reststoffen biogenen Ursprungs, wie etwa Altspeisefetten. Mit diesem neuen Mix im Tank reduziert das Alsfelder Gebäude seine CO2-Emissionen für die Strom- und Wärmeversorgung nun sogar um 60 Prozent beziehungsweise 7,3 Tonnen pro Jahr. Mehr unter www.zukunftsheizen.de und unter https://iwo.pageflow.io/ol-pv-hybridsystem.