Erneuerbarer Strom und alternative Fuels sind kein Gegensatz

IWO-Geschäftsführer Adrian Willig

IWO-Geschäftsführer Adrian Willig fordert passende Rahmenbedingungen für den Markthochlauf alternativer Fuels. Foto: IWO

Kommentar zur neuen dena-Leitstudie

In ihrer heute vorgestellten Leitstudie zeigt die Deutsche Energie-Agentur (dena) Wege in eine klimaneutrale Gesellschaft auf. Dabei wird klar: Wir benötigen hierzulande deutlich mehr erneuerbare Energie – sowohl grünen Strom als auch Wasserstoff und alternative flüssige Kraft- und Brennstoffe. Umso wichtiger ist es, dass die Politik nun schnell angemessene Rahmenbedingungen für den Markthochlauf erneuerbarer Fuels schafft. Darauf weist das Institut für Wärme und Mobilität (IWO) hin, das sich als einer von mehr als 70 Projektpartnern an der Studie beteiligt hat.

„Auch wenn wir nicht jede einzelne Annahme im Gutachten teilen: Die neue Studie ist ein wichtiger Beitrag zur Debatte um die Ausgestaltung der Energiewende. Sie macht deutlich, dass der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung und die Ausweitung direktelektrischer Anwendungen nicht im Gegensatz stehen zum Einsatz alternativer Fuels. Im Gegenteil: Um die Klimaziele zu erreichen, sind selbst bei den aus unserer Sicht sehr optimistischen Annahmen zur Elektrifizierung substanzielle Mengen erneuerbarer flüssiger Kraft- und Brennstoffe erforderlich – auch im Gebäude- und Verkehrssektor“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. „Die dena-Leitstudie kommt auch zu dem Ergebnis, dass Deutschland über das Jahr 2045 hinaus Energieimportland bleiben wird. Dabei geht es insbesondere auch um den Import von alternativen Fuels wie grünem Wasserstoff und seinen Folgeprodukten.“

Jetzt Weichenstellungen vornehmen

Entscheidend sei es, jetzt endlich entsprechende Weichenstellungen vorzunehmen. „Wir brauchen mehr erneuerbare Energie – so viel und so schnell wie möglich. Im Hinblick auf alternative Fuels sollte die künftige Bundesregierung daher Rahmenbedingungen schaffen, die einen Markthochlauf im industriellen Maßstab ermöglichen. Treibhausgasarme und -neutrale Kraftstoffe sollten künftig zum Beispiel gar nicht mehr oder zumindest deutlich geringer besteuert werden als fossile Kraftstoffe, so wie es der Vorschlag der EU-Kommission zur Überarbeitung der EU-Energiesteuer-Richtlinie vorsieht. Dies wäre ein wichtiger Schritt für den Markthochlauf. Darüber hinaus ist eine Stärkung geeigneter Ausschreibungsprogramme wie zum Beispiel H2 Global erforderlich, um die notwendigen Investitionen in die Herstellung synthetischer Kraftstoffe auch international anzureizen“, so Willig.

IWO, 2021

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