Den wirtschaftlichen Neustart mit Klimaschutz verbinden

Gemeinsamer Appell von MWV und IWO an die Bundesregierung

Die anstehende wirtschaftliche Wiederbelebung nach Überwindung der Corona-Krise bietet die Möglichkeit, mit CO2-reduzierten Kraft- und Brennstoffen für mehr Klimaschutz in den Bereichen Verkehr und Wärme zu sorgen. Darauf verweisen der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Berlin und das Hamburger Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) in einem gemeinsamen Appell an die Bundesregierung.

„Die Chancen für eine Weichenstellung, die Wirtschaftswachstum und mehr Klimaschutz verbindet, sind nach der Corona-Krise gegeben. Durch das nun notwendige staatliche Engagement kann die erneuerbare Energieerzeugung nicht nur im Stromsektor einen wichtigen Schub erhalten“, erklären MWV-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Christian Küchen und IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. „Dazu sollte insbesondere auch die Förderung erneuerbarer Kraft- und Brennstoffe gehören, denn mit diesen lassen sich Impulse für Wirtschaft und Klimaschutz gezielt verbinden.“ Die Bundesregierung sei aufgefordert, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen – auch auf europäischer Ebene. Dazu gehöre insbesondere eine kluge und konsequente CO2-Bepreisung.

Zahlreiche Studien belegen, dass erneuerbare flüssige Energieträger notwendig sind, um die Klimaziele zu erreichen. Dabei handelt es sich zum einen um fortschrittliche Biokraftstoffe und zum anderen um mittels regenerativ erzeugten Stroms hergestellte synthetische Kraft- und Brennstoffe, so genannte Power-to-X- (PtX)-Produkte. Sie schließen die Lücke, die durch Energieeffizienz oder die direkte Nutzung von „grünem“ Strom in Deutschland nicht abgedeckt werden kann. „Daher benötigen wir auch künftig einen technologieoffenen Energiemix, zu dem treibhausgasarme und perspektivisch CO2-neutrale Kraft- und Brennstoffe zählen“, so Küchen und Willig.

Bis zu 470.000 neue Arbeitsplätze durch PtX

Voraussetzung sei zunächst selbstverständlich, dass die Welt die Corona-Krise in den Griff bekomme. „In der anschließenden Phase des Hochlaufens der industriellen Produktion sollte die Chance genutzt werden, einen wachsenden Markt für erneuerbare Kraft- und Brennstoffe zu schaffen. Das würde sich sowohl für den Klimaschutz als auch für die deutsche Wirtschaft und potenzielle Partnerländer sehr positiv auswirken“, so Küchen und Willig. PtX lasse sich in vielen Weltregionen aufgrund besserer Standortbedingungen für erneuerbare Energien günstiger realisieren als hierzulande. Adrian Willig: „Die heimische Wirtschaft könnte in einem globalen Markt für alternative Kraft- und Brennstoffe die Rolle eines Technologie-, Maschinen- und Anlagenexporteurs übernehmen. Sie ist hier heute bereits führend.“ Dadurch könnten sich einer Studie von IW Köln/Frontier Economics zufolge hierzulande bis 2050 zusätzliche Wertschöpfungseffekte von jährlich im Schnitt 36,4 Milliarden Euro sowie bis zu 470.000 neue Arbeitsplätze ergeben.

In die wirtschaftliche Wiederbelebung sollte die Bundesregierung daher konkrete Maßnahmen integrieren, die ein verlässliches Umfeld für die Markteinführung synthetischer Kraft- und Brennstoffe schaffen. Nach einem Markthochlauf im Straßenverkehr seien die erneuerbaren Energieträger dann auch in den anderen Sektoren wie Luftfahrt, Schifffahrt, Gebäudebereich und der Industrie nutzbar, so MWV und IWO.

Grundsätzlich geht es bei der Forschung zu treibhausgasreduzierten flüssigen Kraft- und Brennstoffen um die Herstellung alternativer flüssiger Kohlenwasserstoffe aus unterschiedlichen regenerativen Quellen (X-to-Liquid, XtL). Bei der Auswahl der Rohstoffe wird eine Nutzungskonkurrenz zu Agrarflächen oder Nahrungsmitteln bewusst vermieden. Grafik: IWO

Nach einem Markthochlauf im Straßenverkehr wären die erneuerbaren Energieträger dann auch in den anderen Sektoren wie etwa dem Gebäudebereich nutzbar. Bild: IWO

Umstellung von Energiesteuer auf CO2-Bepreisung

Neben Investitionen in Forschung und Markteinführungsprogramme sowie die Anerkennung regenerativer Brenn- und Kraftstoffe in Regelungen und Gesetzen, gehöre auch eine kluge und zukunftsweisende CO2-Bepreisung zu den notwendigen Rahmenbedingungen, so Küchen. „Dabei kann es in Anbetracht der aktuellen ökonomischen Herausforderungen nicht darum gehen, Kraft- und Brennstoffe einfach zu verteuern. Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass ihre Treibhausgasemissionen sinken.“ Dies wäre durch eine konsequente Umgestaltung der Energiesteuern zu einem CO2-Bepreisungssystem möglich.

Daher sollte sich die Bundesregierung auf EU-Ebene im Rahmen des „Green Deals“ für eine Umstellung der Energiesteuer in eine CO2-Bepreisung einsetzen. „Das würde zum Beispiel bei Benzin bereits kurzfristig ein kräftiges Preissignal in der Größenordnung von 300 Euro pro Tonne CO2 ermöglichen, ohne die Verbraucher zusätzlich zu belasten“, so Küchen. Ein solches Modell würde deutliche, auch international sichtbare, Investitionsanreize schaffen und damit einen Markthochlauf erneuerbarer Kraftstoffe unterstützen. „Die Bundesregierung sollte sich zudem für die Anerkennung treibhausgasreduzierter Kraftstoffe im Rahmen der Flottenregulierung stark machen“, fordern Küchen und Willig. Ein Fahrzeug, das mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben wird, dürfe nicht anderes behandelt werden als ein Elektrofahrzeug.

Cookie-Einstellungen

Details

Technisch notwendige Cookies ermöglichen grundlegende Funktionen und sind für den einwandfreien Aufbau der Website erforderlich und können nicht blockiert werden. Dazu sind neben den in der Datenschutzerklärung aufgeführten Cookies insbesondere die hier aufgeführten Cookies relevant.

Zur Speicherung dieser Einwilligungen (Opt-In), ist es erforderlich, dass ein gesonderter Cookie gesetzt wird. Löscht ein Benutzer seinen Browser-Cache, erfolgt eine erneute Abfrage der Cookie-Einwilligungen durch zukunftsheizen.de.

Details

Cookies für statistische Zwecke erfassen Informationen über das Verhalten der Besucher auf unserer Website. Diese Informationen helfen uns zu verstehen, wie unsere Besucher unsere Website nutzen und auf unseren Seiten navigieren. Zudem können wir mit den erhobenen Daten das Verhalten und die Benutzbarkeit unserer Website verbessern.

Akzeptieren
Name uid
Anbieter adform
Zweck Tracking Media uid: Dieser Cookie stellt eine eindeutig zugewiesene, vom Computer generierte Benutzer-ID bereit und sammelt Daten über Aktivitäten auf der Website. Diese Daten können zur Analyse und Berichterstattung an Dritte gesendet werden.
Akzeptieren
Name platform.twitter.com
Anbieter platform.twitter.com
Zweck Legt die Sprache des eingebundenen Twitter-Moduls fest
Akzeptieren
Name lang
Anbieter cdn.syndication.twimg.com
Zweck Speichert die Sprachpräferenz
Details

Mit funktionellen Cookies zur Erhöhung des Bedienkomforts kann die Darstellung der Webseite verbessert werden. Außerdem erleichtern sie die Bedienung der Webseite für Sie.

Aktzeptieren
Name IDE
Anbieter doubleclick.net
Zweck Google Werbung, Messung der Effektivität bezahlter Werbung in Suchmaschienen
Aktzeptieren
Name GPS / YSC / VISITOR_INFO1_LIVE / remote_sid
Anbieter youtube.com
Zweck Registriert eine eindeutige ID auf mobilen Geräten, um Tracking basierend auf dem geografischen GPS-Standort zu ermöglichen.
Registriert eine eindeutige ID, um Statistiken der Videos von YouTube, die der Benutzer gesehen hat, zu behalten.
Versucht, die Benutzerbandbreite auf Seiten mit integrierten YouTube-Videos zu schätzen.