IWO: Brennwert-Kritik nicht nachvollziehbar und praxisfern

IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Bild: IWO

Stellungnahme zum aktuellen BEE-Kurzgutachten

Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse eines im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) erstellten Gutachtens sind nicht nachvollziehbar und praxisfern. Dies unterstreicht Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO): „Bei der Heizungsmodernisierung mit Brennwerttechnik kann – entgegen der BEE-Behauptungen – der Energiebedarf durchaus um bis zu 30 Prozent reduziert werden.“

So zeigen Berechnungen, die das IWO auf Grundlage derselben Norm (DIN V 18599) wie die BEE-Gutachter vorgenommen hat, dass in einem typischen Einfamilienhaus allein durch den Austausch des alten Konstanttemperaturkessels durch ein Brennwertgerät bereits Einsparungen von 23 Prozent erzielt werden können. Durch weitere geringinvestive Maßnahmen – wie einem hydraulischen Abgleich sowie der Erneuerung von Thermostatventilen und Umwälzpumpe – sind in diesem Gebäude dann Einsparungen von insgesamt 30 Prozent machbar. Aber auch gegenüber einem Niedertemperaturkessel sind die Einsparpotenziale durch eine neue Brennwertheizung beachtlich. Die im Rahmen des Gutachtens vorgenommene fiktive Trennung von reinem Kesseltausch und zusätzlichen Maßnahmen geht zudem vollkommen an der Praxis vorbei. Denn der Kesselaustausch ist fast immer der Auslöser, die genannten Anpassungsmaßnahmen ebenfalls durchzuführen. Des Weiteren ist bereits heute zum Erhalt der staatlichen Förderung die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs vorgeschrieben.

Förderung von Brennwertheizungen weiterhin wichtig

„Laut Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie (BDH) sind 13 Millionen Gas- und Ölheizungen in Deutschland veraltet“, erklärt Willig. „Dieses Modernisierungspotenzial gilt es dringend, zeitnah zu heben. Deshalb ist eine attraktive Förderung für Brennwerttechnik auch weiterhin sehr wichtig und sinnvoll.“

Klimaneutrale Perspektive durch neue Brennstoffe

Bestehende Heizungen mit Brennwerttechnik zu modernisieren, ist auch deshalb sinnvoll, weil darauf weitere Klimaschutzmaßnahmen aufbauen können. Das betrifft die Einbindung erneuerbarer Energien sowie perspektivisch den Einsatz neuer, treibhausgasreduzierter Brennstoffe wie Power-to-Liquid oder Power-to-Gas. Brennwertheizungen haben damit langfristig eine klimaneutrale Perspektive. Insofern gibt es auch keine Lock-In-Effekte.

IWO, 2018