Die Antwort auf die Frage, ob sich eine Ölheizung auch für einen Neubau eignet lautet: Ja! Eine moderne Ölheizung kann auch für den Neubau eine wirtschaftlich attraktive Lösung sein. Wird eine Öl-Brennwertheizung mit Solarthermie, einer Lüftungsanlage oder einem Holzkamin kombiniert, können Bauherren die strengen Anforderungen, die für neu errichtete Gebäude in energetischer Hinsicht gelten erfüllen. 

Kosten, Platz, Sicherheit: Gute Gründe für eine Ölheizung im Neubau
  • Ein Neubau benötigt nur wenig Energie – das  ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. Da ist es besonders sinnvoll, beim Heizen auf einen Energieträger zu setzen, der keine hohen laufenden Kosten verursacht. Wenn keine Wärme benötigt wird, fallen bei der Ölheizung auch keine Grundgebühren an. Bei Energien, die durch ein Leitungsnetz ins Haus gelangt, ist das anders: Für Strom und Gas fallen auch dann Grundgebühren an, wenn sie nicht genutzt werden.
  • Man braucht keinen Kellerraum für die Heizöltanks: Für den geringen jährlichen Heizölverbrauch in einem energetisch hochwertigen Neubau reicht häufig ein einzelner Tank mit 1.000 Litern Inhalt aus. Ein solcher Tankbehälter braucht weniger als einen Quadratmeter Fläche und kann direkt neben dem Heizgerät der im Hauswirtschaftsraum aufgestellt werden.
  • Heizöl eignet sich prima als Backup-Energie in einem Hybridsystem: Ein Öl-Brennwertgerät schaltet sich nur dann ein, wenn die erneuerbaren Energien aus Solaranlage, Kaminofen oder Wärmepumpe nicht ausreichend Energie liefern oder zu teuer wären. 
EnEV: Welche Vorschriften gelten?

Neubauten müssen Energiestandards erfüllen, die in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt sind. Die Vorschriften der EnEV beziehen sich auf zweierlei: die Energieeffizienz des Gebäudes und den Wärmeschutz der Gebäudehülle.

Hier mehr über die EnEV erfahren

Kombinationen und Kosten: So erfüllen Sie die EnEV mit einer Ölheizung im Neubau

Um die EnEV zu erfüllen, können Bauherren moderne Öl-Brennwerttechnik in verschiedenen Kombinationen einsetzen. Die unten stehende Tabelle zeigt beispielhaft einige mögliche Varianten, die das Institut für technische Gebäudeausrüstung Dresden und IWO in einer Studie ermittelt haben. Grundlage für die errechneten Werte ist ein Haus ohne Keller, mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern, zwei Geschossen und unbeheiztem Spitzboden.

Eine ausführliche Tabelle finden Sie weiter unten im Downloadbereich dieser Seite.

Das sagen Experten zu den Ergebnissen der Studie

Öl-Hybridheizung kann kostenmäßig mithalten

Thomas Behnke, Energieeffizienz-Experte für Förderprogramme des Bundes: „Ein Kostenvergleich zeigt, dass sich die Ausgaben für ein Ölbrennwertgerät und eine thermische Solaranlage zur Trinkwassererwärmung bei guter Hausdämmung in der gleichen Größenordnung bewegen wie die Ausgaben für eine rein strombetriebene Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Mindestdämmung.“

Ölheizung ist Option für Neubau nach EnEV

Prof. Dr.-Ing. Bert Oschatz, Geschäftsführer des Instituts für technische Gebäudeausrüstung Dresden: „Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen deutlich, dass ölbasierte Heizungsanlagen in den unterschiedlichsten Konstellationen den ab 1. Januar 2016 verschärften Anforderungen im Rahmen der Energieeinsparverordnung genügen. Bei den Berechnungen der verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten mit Öl-Brennwertheizungen sind wir von einem durchschnittlichen neuen Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern ausgegangen. Es verfügt über ein Erdgeschoss, ein Obergeschoss, einen unbeheizten Spitzboden unter dem Satteldach und ist nicht unterkellert. Bei der Dämmung haben wir die übliche Bauausführung angenommen, die etwas über dem Mindeststandard liegt. Wer einen Neubau in Angriff nimmt, kann also getrost mit diesen Varianten planen.” 

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