Energieeinsparverordnung (EnEV): mit Ölheizung gut erfüllbar

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist ein Instrument der Bundesregierung zur Umsetzung des Klimaschutzes im Gebäudebereich. Vereinfacht gesagt legt sie fest, wie viel Heizenergie ein Gebäude maximal benötigen darf. Die EnEV gilt für Neubauten, wenn eine Immobilie den Besitzer wechselt und bei größeren Modernisierungen am Gebäude. Durch eine regelmäßige Verschärfung der EnEV-Vorgaben soll der Energiebedarf von Gebäuden immer weiter gesenkt werden – ganz im Sinne der energiepolitischen Ziele.

Die meisten Regelungen der EnEV betreffen Neubauten. Anhand eines Referenzgebäudes wird festgelegt, wie energieeffizient das geplante Haus mindestens sein muss. Welche Heiztechnologie, Energieträger und Baumaterialien zum Einsatz kommen, können die Bauherren selbst entscheiden. Mit einer modernen Öl-Brennwertheizung etwa gibt es zahlreiche Varianten, um die Vorgaben der EnEV zu erfüllen: von der Einbindung von Solarenergie über Kaminöfen bis hin zu Maßnahmen zur verbesserten Dämmung und Lüftung. 

Eignet sich die Ölheizung für den Neubau?

Ja! Eine moderne Ölheizung kann auch für den Neubau eine wirtschaftlich attraktive Lösung sein. Sie muss einfach mit Solarthermie, einer Lüftungsanlage oder einem Holzkamin kombiniert werden und schon sind die strengen energetischen Anforderungen für neu errichtete Gebäude erfüllt. 

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Hintergrundwissen: Referenzgebäudeverfahren für Neubauten

Für Wohngebäude gilt laut EnEV das sogenannte Referenzgebäudeverfahren. Das bedeutet: Um den energetischen Mindeststandard eines geplanten Gebäudes zu ermitteln, wird ein Vergleichshaus herangezogen. Dieses theoretische Referenzgebäude gleicht dem geplanten Neubau in Geometrie, Nutzfläche und Ausrichtung und bei folgt bei Heiztechnik, Energieträger und Baumaterial festen Vorgaben. Innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens kann der Bauherr die Ausstattung seines geplanten Hauses nach eigenen Wünschen variieren.

Was regelt die EnEV für bestehende Gebäude?

Bei größeren Umbaumaßnahmen an Dach oder Fassade sowie dem Austausch von Außentüren oder Fenstern muss auch ein bestehendes Gebäude feste Energieeffizienz-Werte erreichen. Alternativ kann – wie beim Neubau – das Referenzgebäudeverfahren angewendet werden. Der Energieeffizienzwert eines vergleichbaren Neubaus darf dann nach der Sanierung um maximal 40 Prozent überschritten werden.

Außerdem schreibt die EnEV vor, dass seit Ende 2011 in jedem Bestandsgebäude entweder das Dach oder die oberste Geschossdecke wärmegedämmt sein müssen. Ausgenommen sind vom Eigentümer selbst bewohnte Ein- und Zweifamilienhäuser, wenn nach dem 1. Februar 2002 kein Eigentümerwechsel stattgefunden hat.

Austauschpflicht für alte Heizkessel - nur unter bestimmten Umständen!

Die EnEV sieht vor, dass mehr als 30 Jahre alte öl- und gasbetriebene Standardheizkessel unter bestimmten Umständen nicht mehr betrieben werden dürfen. Die Austauschpflicht entfällt jedoch für alle Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, die ihr Haus seit spätestens 1. Februar 2002 selbst bewohnen. Bei einem Eigentümerwechsel muss der neue Hausbesitzer die Austauschpflicht innerhalb von zwei Jahren erfüllen. Gänzlich ausgenommen von der Regelung sind Niedertemperatur- und Brennwertgeräte.

Der Energieausweis: Pflicht bei Verkauf und Vermietung

Der Energieausweis gibt mit einer rot-gelb-grünen Farbskala Auskunft über die energetischen Kennwerte eines Gebäudes und macht damit seinen Energiebedarf vergleichbar. Er muss Kauf- und Mietinteressenten bei einer Immobilienbesichtigung vorgelegt werden. Auf neueren Ausweisen werden Gebäude zusätzlich einer von neun Effizienzklassen von A+ bis H zugeordnet.

Allerdings lassen die angegebenen Effizienzklassen keine Rückschlüsse auf die tatsächlich zu erwartenden Heizkosten zu. Ältere Energieausweise ohne Angabe von Effizienzklassen behalten ihre Gültigkeit.  

Wichtig für Vermieter und Verkäufer: Schon in einer Immobilienanzeige müssen die wichtigsten energetischen Kennwerte genannt werden. Nach Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrages muss der Ausweis unverzüglich an den Käufer beziehungsweise Mieter übergeben werden.

Was Hausbesitzer mit Ölheizung wissen müssen

  • In den meisten Fällen brauchen Besitzer von ölbeheizten Häusern auch nach der letzten Änderung der EnEV nichts zu unternehmen. Lediglich Anlagen, die mehr als 30 Jahre alt sind, müssen unter bestimmten Umständen ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Und es gelten Anforderungen, wenn Sie Ihr Haus in größerem Umfang modernisieren. 
  • Der Bezirksschornsteinfeger überprüft bei heizungstechnischen Anlagen, ob etwaige Nachrüstverpflichtungen oder die EnEV-Anforderungen bei der Neuinstallation einer Heizanlage eingehalten wurden.
  • Ersatzweise kann der Hauseigentümer eine so genannte Unternehmererklärung vorlegen. Denn für bauliche und anlagentechnische Sanierungsarbeiten muss der Handwerker oder Architekt schriftlich die Einhaltung der EnEV bestätigen.
  • Vorsätzliche oder leichtfertige Verstöße gegen bestimmte Neubau- und Modernisierungs-Anforderungen der EnEV sowie die Verwendung falscher Gebäudedaten bei der Ausstellung von Energieausweisen gelten als Ordnungswidrigkeiten.

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