Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Neue Umlagen auf Heizöl und Kraftstoffe könnten Energiewende scheitern lassen

Um die Sektorkopplung von Strom, Wärme und Verkehr voranzubringen, fordern Interessenvertreter der erneuerbaren Energien, den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung auch über den Verbrauch fossiler Energieträger zu finanzieren – also über eine neue Umlage auf Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel. Dadurch könne die EEG-Umlage auf den Strompreis deutlich sinken und die Nutzung von Strom zur Wärmeversorgung würde attraktiver. Das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) hält eine künstliche Verteuerung von Heizenergien und Kraftstoffen für kontraproduktiv und unsozial.

Belastung des ländlichen Raums

IWO-Berechnungen auf Grundlage vorliegender Studien ergeben, dass die Ausweitung der EEG-Umlage auf fossile Energieträger für einen durchschnittlichen Haushalt im ländlichen Raum eine Mehrbelastung von weit mehr als 500 Euro pro Jahr zur Folge hätte.

Der Grund: Die Senkung der Stromnebenkosten ginge mit einer massiven Verteuerung fossiler Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin einher. Die Bereiche Mobilität und Wohnen kommen jedoch speziell in ländlichen Regionen ohne diese Energieträger derzeit kaum aus. Die Ölheizung ist oftmals die einzige Möglichkeit einer effizienten und bezahlbaren Wärmeversorgung; gleichzeitig sind die Menschen auf die Nutzung eines PKW angewiesen.

Während Bewohner zentral gelegener Stadtwohnungen also von den gesunkenen Strompreisen profitieren würden und ohnehin schon einen Vorteil durch eine gut ausgebaute städtische Infrastruktur haben, würden Menschen im ländlichen Raum massiv schlechter gestellt.

Für das Gelingen der Energiewende: Bezahlbare Lösungen sind gefragt

Alternativ zu einer neuen Umlage schlägt IWO vor, die Verbindung von Strom- und Wärmemarkt durch den massenhaften Einsatz von Power-to-Heat in Hybridheizungen voranzubringen. Dabei werden Heizsysteme kostengünstig um ein elektrisches Heizelement ergänzt. So können sie bislang überschüssigen, sogenannten „abgeregelten“ Strom aus erneuerbaren Energien aufnehmen, zur Wärmeerzeugung nutzen und fossilen Brennstoff sparen.

Wäre es möglich, die 4.700 Gigawattstunden, die im Jahr 2015 abgeregelt wurden, zu einem Preis von 3 Cent je Kilowattstunde ohne weitere Abgaben und Entgelte an Hausbesitzer zur Wärmeerzeugung zu verkaufen, könnten über die Erlöse die Kosten für abgeregelten Strom um 141 Millionen Euro verringert werden. Da die Haushalte weniger Heizöl benötigen, würden gleichzeitig rund 1,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Damit wäre ein wirksamer Beitrag zur Sektorkopplung und für den Klimaschutz erreicht, ohne Millionen Menschen zusätzlich zu belasten.