Öl weiter denken!

Flüssige Brennstoffe bringen die Energiewende voran: Denn Öl-Brennwerttechnik ist hocheffizient, lässt sich ideal mit erneuerbaren Energien kombinieren und bietet durch den Einsatz neuer synthetischer Brennstoffe langfristig sogar eine klimaneutrale Perspektive. 

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So gelingt die Energiewende – mit Heizöl

Klimaschutz und Energiewende gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Beides kann nur gelingen, wenn auch der Wärmemarkt mit seinen über 40 Millionen Wohnungen einen substanziellen Beitrag leistet. Sprich: Wir brauchen auch eine Wärmewende.

Rund ein Viertel des hiesigen Wohnungsbestandes beziehungsweise 20 Millionen Menschen beziehen ihre Wärme aus Heizöl. Sie benötigen bezahlbare Lösungen für den Einstieg in die Energiewende. Damit das funktioniert, kümmern wir, die Mineralölwirtschaft sowie unsere Partner aus der Heizgeräte-Industrie, uns darum, Wege zu finden wie

  • weniger Heizöl verbraucht wird.
  • mehr erneuerbare Energien im Wärmemarkt genutzt werden können.
  • die Vorteile flüssiger, speicherbarer Brennstoffe treibhausgasreduziert und langfristig sogar klimaneutral nutzbar sein können.

 

Grundvoraussetzung: Technologieoffenheit

Denk- und Technologieverbote dürfen den Erfolg der Energiewende nicht gefährden. Wir plädieren für einen Wettbewerb der Ideen und eine Politik kleiner Schritte. Denn auch viele kleine Schritte führen zum Ziel. Verbraucher sollten künftig weiterhin frei wählen können, welche Energie sie zum Heizen nutzen wollen. Ein technologieoffener und energieträgerneutraler Wettbewerb im Wärmemarkt ist aus unserer Sicht unerlässlich. Mehr zu geeigneten Rahmenbedingungen.

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Warum flüssige Brennstoffe ideale Partner für eine bezahlbare und effiziente Energiewende sind:

Effizienzsteigerung mit Öl-Brennwerttechnik

Einen ersten großen Schritt in Richtung Energiewende haben viele Tausend Ölheizungs-Besitzer in den vergangenen Jahren getan – indem sie auf hocheffiziente Öl-Brennwerttechnik umgestiegen sind. So wurde der Heizölverbrauch in Deutschland in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als halbiert. Und das, obwohl die Anzahl der Ölheizungen in diesem Zeitraum nahezu gleich geblieben ist.

Wer eine veraltete Heizung durch einen neuen Öl-Brennwertkessel ersetzt, verbraucht bis zu 30 Prozent weniger Energie. Das gute Kosten-Nutzen-Verhältnis ist auch der Grund für die zuletzt deutlich gestiegenen Modernisierungen mit Öl-Brennwerttechnik. Gerade in bestehenden Gebäuden sind Brennwertgeräte in der Regel wesentlich kosteneffizienter als zum Beispiel Strom-Wärmepumpen oder die Umstellung auf Erdgas.

Speziell im ländlichen Raum kann Öl-Brennwerttechnik Millionen Menschen einen bezahlbaren Einstieg in die Energiewende ermöglichen. Deshalb ist die staatliche Förderung für diese und andere ähnlich wirkungsvolle Sanierungsmaßnahmen gut angelegt. Denn sie sorgt für mehr Effizienz in der Wärmeversorgung und zahlt so punktgenau auf die klimapolitischen Ziele für den Gebäudebereich ein.

Hybridheizung: Erneuerbare Energien und Sektorkopplung

Öl-Brennwerttechnik ist die ideale Basis für die Einbindung erneuerbarer Energien. Wobei Heizöl als speicherbarer Energieträger die Versorgungssicherheit gewährleistet, wenn die Sonne nicht scheint. Bereits heute werden knapp eine Million Ölheizungen zusammen mit Solarthermie betrieben. 

Künftig lassen sich diese Hybridsysteme mit Power-to-Heat um eine weitere Komponente ergänzen. Die Idee dabei: Stromerzeugungspotenziale, die wirtschaftlich oder technisch nicht sinnvoll genutzt werden können, werden mittels elektrischer Heizeinrichtungen in Wärme umgewandelt.

Forschung für klimaneutrale Brennstoffe

Um die Vorteile eines flüssigen, speicherbaren Energieträgers auch treibhausgasreduziert, perspektivisch sogar klimaneutral im Wärmemarkt nutzen zu können, arbeitet die Mineralölwirtschaft mit ihrer großen Erfahrung und Energiekompetenz daran, die Treibhausgasemissionen von Brennstoffen weiter zu reduzieren.

Bereits erprobt und verfügbar ist Bio-Heizöl, dem flüssiger Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen beigemischt ist. Für die Zukunft wird an Prozessen gearbeitet, mit denen neue synthetische Brennstoffe erzeugt werden können. Wenn das Angebot erneuerbaren Stroms weiter wächst, könnten künftig zum Beispiel auch erneuerbar erzeugter Wasserstoff und CO2 zur Brennstoff-Herstellung genutzt werden. Dieses Verfahren nennt man Power-to-Liquids. 

++ effizient ++ sozialverträglich ++ technologieoffen ++ energieträgerneutral ++

Damit die Energiewende im Gebäudebereich gelingen kann, halten wir folgende Voraussetzungen für erforderlich: 

  • Marktwirtschaftlichen Wettbewerb
    Nur er sorgt dafür, dass sich effiziente und sozialverträgliche Lösungen durchsetzen. 
  • Technologieoffenheit und Energieträgerneutralität
    Verbraucher sollten auch künftig frei wählen können, welches Heizsystem und welchen Energieträger sie zur Wärmeerzeugung nutzen wollen. Denn unterschiedliche Gegebenheiten in Gebäuden und individuelle Lebenssituationen der Bewohner erfordern individuelle Lösungen. 
  • Einen ausgewogenen Energiemix statt einer "All-Electric-Society"
    Eine Vollelektrifizierung der Bereiche Wärme und Mobilität ist nicht zielführend, da es unsicher ist, ob die dafür benötigten Mengen an erneuerbarem Strom überhaupt bedarfsgerecht produziert werden können. 
  • E-Fuels für die Zukunft der Energieversorgung anerkennen 
    Die künftige Bundesregierung sollte die Markteinführung von E-Fuels unterstützen. Derzeit werden verschiedene Ansätze zur Entwicklung neuer treibhausgasreduzierter Brennstoffe verfolgt. Diese Entwicklungsmöglichkeiten müssen in Forschungsbudgets angemessen berücksichtigt werden. 
  • Austauschförderung für Brennwerttechnik beibehalten
    Die Umstellung auf Brennwerttechnik spart bis zu 30 Prozent Energie. Wenn dieses Effizienzpotenzial in den nächsten Jahren gehoben werden soll, braucht es eine attraktive Förderung. Der angekündigte Förderstopp für Brennwerttechnik ab 2020 bewirkt genau das Gegenteil. Eine technologieoffene steuerliche Förderung energetischer Modernisierungsmaßnahmen würden wir begrüßen.
  • Keine Abwälzung der EEG-Kosten auf Heizöl und Erdgas
    Die warme Wohnung muss auch weiterhin für alle bezahlbar bleiben. Eine Umverteilung der Energiewende-Kosten von Strom auf Heizöl und Erdgas hätte unerwünschte soziale Folgen.

 

Adrian Willig, Geschäftsführer Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO)