Die Ölleitung im Ein- und Zweistrangsystem und ihre Bauteile

Die Ölleitung ist neben dem Öltank der Hauptbestandteil einer Öllageranlage. Sie umfasst sämtliche ölführenden Rohrleitungen, einschließlich aller Bauteile ab der Entnahmeeinrichtung des Öltanks bis zum Ölgerät – also vom Tank bis zum Heizkessel. Dazu zählen unter anderem folgende Bauteile:

Ölanlagen arbeiten in der Regel mit einer Saugleitung: Die Ölbrennerpumpe erzeugt Unterdruck, der das Heizöl durch die Ölleitung zum Brenner „saugt“. Vor allem in Industrie und Gewerbe kommen Druckleitungen zum Einsatz. Hier sind oft mehrere Ölgeräte an eine Ölleitung angeschlossen. 

Ölleitungen können prinzipiell im Ein- und im Zweistrangsystem installiert werden. Bei der Neuerrichtung und bei einer wesentlichen Änderung muss die Ölleitung im Einstrangsystem installiert werden.

Einstrangsystem

Beim Einstrangsystem verläuft vom Heizöltank bis zum Vorfilter nur eine Ölleitung. Dem Tank wird über diese Saugleitung genau so viel Heizöl entnommen wie tatsächlich am Brenner benötigt wird. Es muss kein Öl zum Tank zurückgeführt werden. 

Vorteile des Einstrangsystems:

  • Erhöhte Sicherheit: Im Einstrangsystem ist die Ölleitung als Saugleitung ausgeführt. Im seltenen Falle eines Lecks tritt kein Heizöl aus, aber es kommt in der Regel zu einer Betriebsstörung. Dadurch fällt das Leck schnell auf. 
  • Erhöhte Standzeit des Heizöl-Filters: Dem Ölbrenner wird nur so viel Heizöl zugeführt, wie verbraucht wird. Dadurch verringert sich der Heizöldurchsatz am Vorfilter um den Faktor 35 (im Vergleich zum Zweistrangsystem, siehe Grafik). Die sogenannte Standzeit, also die Zeit, bis der Filter gewechselt werden muss, verlängert sich deutlich.
  • Erhöhte Langzeit-Lagerfähigkeit des Heizöls: Da kein Heizöl in den Tank zurückläuft, gibt es keinen Sauerstoffeintrag, keine Verwirbelungen und keine Erwärmung des Heizöls im Tank – alles Faktoren, die sonst den Alterungsprozess des Heizöls beschleunigen würden. 

Im Einstrangsystem sollte die Ölleitung entlüftet werden. Hierzu sind sogenannte Heizölentlüfter einzubauen.

Zweistrangsystem

Beim Zweistrangsystem ist der Öltank über zwei Ölleitungen mit dem Brenner verbunden. Über die erste, den sogenannten Vorlauf, wird Heizöl aus dem Öltank zum Ölgerät geführt. Da mehr Heizöl zum Brenner gefördert wird als tatsächlich verbrannt wird, läuft das nicht genutzte Heizöl über die zweite Leitung, den sogenannten Rücklauf, zurück in den Tank.

In der Grafik sind es beispielsweise 50 Liter Heizöl pro Stunde, die zum Brenner gefördert werden. Das nicht verbrannte Heizöl, in diesem Beispiel 48,6 Liter pro Stunde, läuft zurück in den Tank. Der Tankinhalt wird also ständig umgewälzt. Auf ein Jahr mit typischen 1.800 Brennerlaufstunden wird es weit über 30 Mal komplett im Kreis gepumpt. Dadurch erwärmt sich das Heizöl und wird mit Sauerstoff angereichert, wodurch es schneller altert und Sedimente bilden kann. Auch die Standzeit des Ölfilters verkürzt sich, weil er ständig viel mehr Heizöl filtern muss, als eigentlich verbrannt wird. 

Der wesentliche Nachteil eines Zweistrangsystems ist aber die geringere Sicherheit: Tritt im Rücklauf ein Leck auf, kann das leicht unbemerkt bleiben, da es nicht zum Abschalten der Heizung führt. 

Für Fachleute: Alle Vorschriften zum Nachlesen

Im Fachbuch „Technische Regeln Ölanlagen“ (TRÖl 2.1) hat IWO alle Vorschriften und Rahmenbedingungen für die fachgerechte Installation einer Ölanlage, bestehend aus Heizöltank, Ölleitung, Ölgerät und Abgasanlage, zusammengestellt.

Fachbuch TRÖL bestellen