Berliner Energietage 2021: Future Fuels – Rahmenbedingungen für Markthochlauf nötig

Future Fuels, also Wasserstoff und seine Folgeprodukte sowie fortschrittliche Biobrennstoffe, gelten, neben Effizienzsteigerungen und dem Ausbau der Ökostrom-Erzeugung, als wichtige Säule der Energiewende. Dass sie den Klimaschutz voranbringen können, wird kaum noch bestritten. Aber wie lassen sich schnell große Mengen alternativer Kraft- und Brennstoffe verfügbar machen und wo sollen sie zum Einsatz kommen? Das waren Themen der digitalen Veranstaltung „Mit Future Fuels Klimaschutz tanken“, zu der das IWO am 21. April 2021 im Rahmen der Berliner Energietage eingeladen hatte.

Hochkarätige Besetzung

Es diskutierten beziehungsweise referierten die Bundestagsabgeordneten Dr. Ingrid Nestle (Bündnis 90/Die Grünen) und Mark Helfrich (CDU) sowie Kilian Crone (dena), Dr. Alexander Tremel (Siemens Energy), Florian Ruppert (Viessmann Climate Solutions). Seitens des IWO waren Geschäftsführer Adrian Willig, Projektleiter Christian Halper sowie als Moderator Simon Jastrzab, Leiter Ingenieurteam, vertreten. Rund 250 Teilnehmende folgten den Ausführungen und brachten Fragen ein. Klar wurde: Die Zeit drängt. Der Markthochlauf von Future Fuels sollte möglichst bald erfolgen. Über den richtigen Weg dorthin gibt es jedoch noch strittige Punkte.

Einsatzbereiche werden noch diskutiert

Das zeigte sich insbesondere in der politischen Diskussion. „Alternative Kraftstoffe werden beim Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen“, meinte Dr. Nestle. Sie schränkte allerdings ein: „In diesem Jahrzehnt werden grüne Moleküle jedoch knapp sein.“ Ihren Einsatz sehe sie daher vor allem in Bereichen wie der Luftfahrt, wo es kaum technische Alternativen gibt. Im Gegensatz dazu sprach sich Helfrich gegen mögliche Vorgaben bei Einsatzbereichen aus: „Grüner Wasserstoff und seine Derivate können auch im Pkw-Verkehr und Gebäudebereich beim Erreichen der Klimaziele helfen.“ Auch Willig plädierte für einen anwendungsoffenen Einsatz von Future Fuels: Je breiter die Einsatzmöglichkeiten, desto schneller könnten Skalierungseffekte greifen.

Globale Perspektiven

Dass Future Fuels global ein großes Thema sind, verdeutlichte der Vortrag von Kilian Crone. Prognosen zeigen demnach, dass im Jahr 2050 allein strombasierte Kraft- und Brennstoffe, sogenannte Powerfuels, einen Anteil von 28 Prozent am weltweiten Endenergieverbrauch erreichen werden. Erste Anfänge sind bereits gemacht: Dr. Tremel stellte diesbezüglich das Projekt „Haru Oni“ vor. Da im Süden Chiles die Erträge von Windturbinen um ein Vielfaches über denen liegen, die sich hierzulande erzielen lassen, eine übliche Nutzung dieses Stroms dort aber nicht möglich ist,  werden dort künftig mit Hilfe von grünem Strom und aus der Luft gewonnenem CO2 synthetische Kraftstoffe hergestellt und nach Deutschland exportiert.

Einsatz auch im Wärmemarkt

Dass Future Fuels auch im Gebäudebereich wichtige Beiträge zum Klimaschutz leisten können, verdeutlichten die Beiträge von Florian Ruppert und Christian Halper.
Dabei ist klar: Die Modernisierung alter Heizungen ist in jedem Fall sinnvoll. Das passende System hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. „Flüssige Brennstoffe sind in Gebäudetypen mit hoher Heizlast wichtig. Die Energieträger müssen aber zunehmend klimaschonend werden“, so Ruppert. „Auch Gebäude mit einer Ölheizung können die Klimaziele erreichen“, meinte Halper, der zugleich zeigte, wie das gelingen kann: „Durch Effizienzmaßnahmen wie Gebäudedämmung und Heizungsmodernisierung und durch die Einbindung erneuerbarer Energie in Form von Hybridheizungen kann der Brennstoffbedarf bereits deutlich reduziert werden. Die verbleibenden Mengen werden dann zunehmend von Future Fuels abgedeckt, die das fossile Heizöl ersetzen. Wie das funktionieren kann, zeigen zahlreiche Modellvorhaben.“

Reform der Energiesteuer nötig

Doch welche Rahmenbedingungen sind erforderlich, damit der Markthochlauf von Future Fuels gelingen kann? Adrian Willig machte das in seinem Schlusswort deutlich: „Wichtig ist insbesondere eine grundlegende Reform der Energiesteuer. Kraftstoffe sollten in Zukunft anhand ihrer Klimawirkung bewertet und ihre fossilen CO2-Emissionen zur Bemessungsgrundlage gemacht werden“, fordert Willig. „Das würde die Wettbewerbsfähigkeit alternativer, klimaschonender Kraftstoffe deutlich voranbringen, ohne die Verbraucher spürbar höher zu belasten.“ Ergänzend dazu seien auch Förderung und Quotenverpflichtungen sinnvoll. Zudem sollte die EU-Flottenregulierung für Fahrzeughersteller Future Fuels als Klimaschutzoption berücksichtigen. Im Wärmesektor sei insbesondere die Anerkennung alternativer Brennstoffe als gleichwertige Erfüllungsoption im Gebäudeenergiegesetz erforderlich.

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